Ziemlich rein in den Rhein

Nach mehrstufiger Reinigung in unserer Kläranlage fließt das Abwasser sauber in den Rhein

EGK Blick auf Rhein

Eine der größten Anlagen in Deutschland

In der Krefelder Kläranlage werden seit 1974 kommunale, gewerbliche und industrielle Abwässer aus ganz Krefeld gereinigt.
Zunächst war die Anlage nur mit einer mechanischen Stufe ausgerüstet. Über den Zeitraum mehrerer Jahrzehnte hat sich die Anlage natürlich konform zu den sich verschärften Gesetzen und Anforderungen konsequent weiterentwickelt.
Heute zählt die Anlage mit ihren zwei biologischen Stufen und der nachfolgenden Flockungsfiltration zu den modernsten Anlagen in Europa und ist mit einer Ausbaugröße von 1,2 Millionen Einwohnergleichwerte eine der größten Anlagen in Deutschland.
Ein Einwohnergleichwert gibt die Menge abbaubarer organischer Substanzen wieder, die ein Einwohner pro Tag produziert und für deren Reinigung 60 Gramm Sauerstoff benötigt werden. Über diese Rechengröße lässt sich die Summenbelastung aus Haushalten und Industrien darstellen.

Im Jahr 2019 sind rund 26 Millionen Kubikmeter Abwasser in unserem Klärwerk gereinigt worden.

EGK Faultürme

Zahlen und Fakten

Rund 90.000 Kubikmeter Abwasser und Regenwasser durchlaufen derzeit täglich die Krefelder Kläranlage, bevor sie weitestgehend gereinigt in den Rhein eingeleitet werden.


Pro Jahr fallen aus der Abwasserreinigung rund 12.000 Tonnen getrockneter Klärschlamm und sieben Millionen Kubikmeter Faulgas an.
Der anfallende Klärschlamm und das Faulgas (auch Biogas genannt) werden in der Müllverbrennung weiterverwertet.
Abfallannahme

Abwasserreinigung

Das Abwasser wird in mehreren Stufen gereinigt und nach der anschließenden Flockungsfiltration in guter Qualität in den Rhein geleitet.

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Abfallannahme

Klärschlammbehandlung

In den drei Faultürmen wird Klärschlamm "ausgefault" und zu großen Teilen in Biogas umgewandelt. 9.400 Kubikmeter fasst jeder unserer drei Türme.

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Abfallannahme

Hochwasserpumpwerk (HWP)

Qualitative Messungen mehrerer Messstationen dienen zur Aufrechterhaltung der hervorragenden Reinigungsleistung unseres Klärwerks.

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Die Abwasserreinigung erfolgt in mehreren Reinigungsschritten

EGK Klärwerk

Mechanische Reinigung

Hier, an dem tiefsten Punkt des Krefelder Kanalnetzes, wird das Abwasser durch riesige Schneckenpumpen etwa sieben Meter angehoben und anschließend von zwei Rechen durchsiebt. Dabei werden grobe Feststoffe wie nicht auflösbare Hygiene-Artikel, Steine, Holzstücke etc. entfernt. Die anfallenden groben Feststoffe, das sogenannte Rechengut, werden im Anschluss in der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage (MKVA) thermisch verwertet.
EGK Faultürme

Biologische Reinigung

Viele Inhaltstoffe des Abwassers wie etwa Phosphate, Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen etc. sind im Abwasser gelöst und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Diese Nähr- und Schadstoffe gilt es aus dem Abwasser zu entfernen. Aus diesem Grund wird mit einem zweistufigen biologischen Verfahren gearbeitet, dem sogenannten Adsorptions-Belebungs-Verfahren, kurz AB-Verfahren, welches auf der Kläranlage Krefeld 1981 erstmalig großtechnisch zum Einsatz kam. Hier gibt es eine Höchstlastbelebung (HB-Stufe) als erste und eine Schwachlastbelebung (SB-Stufe) als zweite biologische Reinigungsstufe. Jede biologische Reinigungsstufe besteht aus den biologischen Reaktoren und den zugehörigen Absetzbecken. Unzählige Bakterien sorgen für eine Reinigung des Abwassers.
EGK Klärwerk

Höchstlastbelebung (HB-Stufe)

Mit Bakterien belebter Schlamm wird mit dem Abwasser vermischt. Verschiedene Bakterien verrichten hier ihren Dienst und verbessern die Wasserqualität. Etwa 60 Prozent der oxidierbaren Inhaltsstoffe werden bereits in der ersten Phase aus dem Abwasser entfernt. Während des Reinigungsprozesses findet eine Verlagerung des Schmutzes aus dem Abwasser in den Klärschlamm ab. In der anschließenden Zwischenklärung setzt sich dieser ab und wird der ersten Belebungsstufe wieder zurückgeführt.
EGK Klärwerk

Schwachlastbelebung (SB-Stufe)

Neben dem restlichen Abbau organischer Schadstoffe erfolgt in der SB-Stufe hauptsächlich die Entfernung der Nährstoffe Phosphor und Stickstoff. Die Phosphate werden nach Zugabe von Eisensalz aus dem Wasser chemisch herausgefällt. Die Stickstoffverbindungen werden über mehrere Schritte mit Hilfe von speziellen Bakterienarten in elementaren Stickstoff umgewandelt. Dieser entweicht in die Umgebungsluft, die bekanntermaßen zu annähernd 80 Prozent aus Stickstoff besteht.
EGK Klärwerk

Flockungsfiltration

Am Ende der biologischen Abwasserreinigung durchläuft das gereinigte Wasser noch die Flockungsfiltration. Jedes der 24 Filtrationsbecken ist gefüllt mit Hydroanthrazitkohle, die auf einer stützenden Sandschicht lagert. Auf seinem Weg durch die einzelnen Schichten wird das Wasser von feinsten Schwebstoffen und Bakterienflocken gereinigt. Innerhalb von 24 Stunden hat das Abwasser nun den gesamten Reinigungsprozess durchlaufen. Schließlich gelangt das gereinigte Wasser, welches eine sehr gute Qualität besitzt, über einen unterirdischen Kanal in den Rhein.
EGK Kontrollraum

Überwachung

Die Überwachung sämtlicher dargestellter Prozesse erfolgt rund um die Uhr – mit modernster Technik, über Leitwarten und einem Personalstamm von 50 Mitarbeitern im Schichtdienst. Gleichzeitig wird die Wasserqualität durch das betriebseigene Labor ständig überwacht. Somit wird sichergestellt, dass alle unsere Prozesse optimal ablaufen und die gesetzlich vorgeschriebenen Werte nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten werden.

Klärschlammbehandlung und Trocknung

In den jeweiligen Reinigungsstufen findet eine Verlagerung des Schmutzes aus dem Abwasser in den Klärschlamm (Belebtschlamm) statt. Der Belebtschlamm aus der Zwischen- und der Nachklärung wird jedoch nicht vollständig aus der Anlage entfernt. Ca. 80 Prozent werden als Rücklaufschlamm der HB- bzw. SB-Stufe in zwei getrennten Schlammkreisläufen wieder zugeführt. Dieser Klärschlamm ist bereits optimal auf die dort herrschenden Bedingungen eingestellt.

Der bei der Reinigung zuwachsende Schlamm muss als Überschussschlamm entsorgt werden. Doch vor der Entsorgung steht zunächst die Aufbereitung des zu 99 Prozent aus Wasser bestehenden Überschussschlamms. Im ersten Schritt findet mit Hilfe von Eindickern und Zentrifugen eine Aufkonzentration auf einen Feststoffgehalt von ca. fünf - sechs Prozent statt. Nun ist der Schlamm bereit für die Faultürme.
EGK Faultürme
EGK Klärwerk
EGK Klärwerk
EGK Faultürme

Faultürme

Bakterien bauen unter stringentem Ausschluss von Sauerstoff organische Verbindungen im Schlamm ab und bilden dabei Methangas, das sogenannte Biogas. Damit der Vorgang funktioniert, wird in den Faultürmen der Klärschlamm 20 Tage lang bei konstanten 37 Grad Celsius „ausgefault“. 9.400 Kubikmeter fasst jeder unserer drei Türme.
EGK Klärwerk

Klärschlammtrocknung

Über Hochleistungszentrifugen wird der Schlamm aus den Faultürmen weiter entwässert bis er stichfest wird. Der so entstandene Dickschlamm wird in speziellen Mischern mit bereits getrocknetem Schlamm überpudert und dann in den Trockner überführt. Mit einer Restfeuchte von nur noch ca. fünf bis sieben Prozent kann er dann als Klärschlammgranulat zusammen mit dem erzeugten Biogas später in der Müllverbrennung genutzt werden. Das ersetzt viele tausende Liter Heizöl.

Kontrolle auf allen Wegen

Das Hochwasserpumpwerk und die Messstationen

Neben den Anlagen in der Nähe von Krefeld-Elfrath betreibt die EGK am Rhein in Krefeld-Uerdingen auch ein Hochwasserpumpwerk. Dieses HWP ist Teil des aktiven Hochwasserschutzes der Stadt Krefeld. Bei Rheinhochwasser werden sämtliche Ab- und Regenwässer der Stadt Krefeld über Dieselpumpen in den Rhein gepumpt.

Zur Aufrechterhaltung der hervorragenden Reinigungsleistung des Klärwerks der EGK betreibt diese, mit Unterstützung des Umweltamtes, mehrere Messstationen auf den Hauptsammlern des Kanalnetzes der Stadt Krefeld. Die qualitativen Messungen in den jeweiligen Messstationen dienen als Frühwarnsystem zur Steuerung der Kläranlage.
EGK Hochwasserpumpwerk
EGK Klärwerk